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GLOWA Jordan River ist ein interdisziplinäres Projekt zur Abschätzung der Vulnerabilität von Menschen und Ökosystemen unter Global Change Bedingungen. Durch einen integrativen Ansatz leistet GLOWA JR wissenschaftliche Unterstützung für nachhaltiges und kooperatives Wassermanagement. Das Projekt untersucht verschiedene Methoden des Wasser- (und Land-) managements und ihre ökologischen und sozio-ökonomischen Auswirkungen. Letztlich sollen die Ergebnisse in andere semi-aride Regionen mit grenzüberschreitenden Wasserressourcen übertragbar sein.

Die Vielzahl von Akteuren bzw. Stakeholdern erfordert ein entsprechend umfassendes Forschungskonsortium. Israelische, palästinensische, jordanische und deutsche Institute liefern wissenschaftliche Ergebnisse aus Felduntersuchungen und Experimenten, Modellierung, Fern-erkundung, sowie sozio-ökonomischen Datenerhebungen. Ein konzeptioneller Modellansatz integriert Daten verschiedener Disziplinen und in einem kontinuierlichen Dialog mit Stake-holdern werden aus diesen Daten relevante Informationen für das Wassermanagement in der Region

GLOWA Jordan River ist in 11 Projekte gegliedert, die sich mit verschiedenen Aspekten des globalen und regionalen Wandels, Wasserressourcen, Ökosystemen und Landwirtschaft, sowie der Integration und Anwendung der Forschungsergebnisse befassen.

Die erste Projektphase lief von 2001-2005, seit September 2005 befindet sich GLOWA Jordan River in seiner zweiten Phase.

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Projekthintergrund

Das GLOWA Jordan River Projekt konzentriert sich auf eine der kritischsten Regionen in Bezug auf Wasserknappheit. Die Region hat mit die niedrigste pro-Kopf Wasserverfügbarkeit weltweit, mit Werten die weit unterhalb aller üblichen Grenzwerte (z.B. 500 m³ to 1000 m³ pro Kopf und Jahr) liegen. Unter diesen Bedingungen ist eine Selbstversorgung mit Nahrungs-mitteln ausgeschlossen.

Der Wasserbedarf steigt rapide an, bedingt u.a. durch starkes Bevölkerungswachstum und ökonomische Entwicklung. Klimaprojektionen wie z.B. vom jüngsten IPCC Bericht verheissen weitere Rückgänge der Niederschläge bei gleichzeitiger Erwärmung und damit zusätzlich erhöhtem Wasserbedarf. Auch die Klimavariabilität und damit auch Dürren werden in Häufigkeit und Intensität weiter zunehmen.

Abbildung aus EXACT 1998: http://exact-me.org/overview/p03.htm

Vier biogeografische Regionen treffen im Jordangebiet aufeinander und machen es damit zu einem bedeutenden Biodiversitäts-Hotspot. Ökosysteme in der Region sind extreme divers und erstrecken sich – oft über kurze Distanzen – von sub-humid mediterranen bis hin zu extrem ariden Bedingungen, mit den entsprechenden Konsequenzen für ihre Vulnerabilität gegenüber Klimawandel.

Bewässerung verbraucht ca 2/3 der regionalen Oberflächen- und Grundwasserressourcen, auch „blue water“ genannt. Oberflächenwasser findet sich vor allem in oberen Einzugsgebiet, von wo aus grosse Mengen nach Süden, auch aus dem Jordanbecken heraus übergeleitet werden.

Während die Vorkommen an blue water praktisch vollständig genutzt bzw. zum Teil sogar übernutzt werden, besteht noch erhebliches Potential, die Produktivität des sog. „green water“ (Bodenwasser) und damit dessen Nutzen für Menschen und Ökosysteme zu verbessern.

Die regionalen Oberflächen- und Grundwasserressourcen sind zum grossen Teil grenz- überschreitende, und ihre Nutzung trägt zum politischen Konfliktpotential bei. Wenn nachhaltige Wassermanagementstrategien auf eine gemeinsam optimierte Nutzung des knappen Wassers ausgerichtet sind, können sie zu einer friedlichen Konfliktlösung beitragen. Der Wissenschaft kommt dabei die Rolle zu, in diesem Prozess unterstützende Informationen zu liefern.

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Ziel

Das GLOWA Jordan River Projekt stellt wissenschaftliche Informationen zur Unterstützung des Wassermanagements in der extreme wasserknappen Jordanregion zur Verfügung. Es folgt damit der Zielsetzung des BMBF GLOWA Programms, Simulationswerkzeuge und Strategien für ein nachhaltiges Wassermanagement zu entwickeln.

GLOWA Jordan River baut auf der langjährigen Erfahrung bei der Anpassung an Wasserknappheit und Klimavariabilität in der Region auf. Anders als die meisten bisherigen Aktivitäten und Projekte in diesem Bereich umfasst GLOWA gleichzeitig die Auswirkungen von regionalen und globalen Einflüssen auf Wasserressourcen und schlägt eine Brücke zwischen Wissenschaft und Anwendung.

GLOWA Jordan River konzentriert sich auf:

  • Wechselwirkungen von und Anpassung an Global Change Prozesse/n, wie Klima- und Landnutzungswandel, Bevölkerungswachstum und technologischer Entwicklung
  • Interdisziplinarität und Integration
  • Kontinuierlicher Dialog mit Stakeholdern zur Entwicklung realistischer und gleichzeitig quantitativer Wassermanagementszenarien

Das übergeordnete Ziel des Projekts ist es, den Nutzen der knappen Wasserressourcen in der Region für Mensch und Umwelt unter Global Change Bedingungen zu erhöhen.

Dazu hat GLOWA Jordan River ein innovatives Konzept zur integrierten Nutzung von green, blue und nicht-konventionellen Wasserressourcen entwickelt, das die übliche Fragmentierung z.B. von Wasser- und Landmanagement überwindet.

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