
Zielstellung
Entwicklung integrierter Strategien zur nachhaltigen
Bewältigung von durch den globalen Wandel bedingten Wasserverfügbarkeitsproblemen
und Wassernutzungskonflikten und den daraus resultierenden Umwelt- und
sozioökonomischen Problemen im Elbeeinzugsgebiet.

Das
Elbeeinzugsgebiet
Die Elbe bildet mit 1.091 km Länge und einem
Einzugsgebiet von 148.268 km² eines der größten Flusssysteme
Europas. Gleichzeitig wird die Wasserverfügbarkeit pro Einwohner
mit 680 m³ im europäischen Vergleich als extrem niedrig eingestuft.
Im deutschen Einzugsgebiet der Elbe leben ca. 18 Millionen
Menschen, die auf dem Gebiet der neuen Bundesländer etwa 80% ihres
gesamten Wasserbedarfs daraus decken.
Die Elbe Region steht seit dem Extrem-Hochwasser im
August 2002 und dem Winterhochwasser 2002/2003 schlagartig im Zentrum
der öffentlichen Aufmerksamkeit. Dieses Hochwasser hat große
Teile des Elbeeinzugsgebietes geschädigt, in denen bisher die Auseinandersetzung
mit einem zu geringen Wasserdargebot dominierte.

Aufgabenbereich
Im Mittelpunkt des Projektes GLOWA Elbe steht die
Frage nach den Auswirkungen des Globalen Wandels auf Wasserverfügbarkeitsprobleme
und Wassernutzungskonflikte im Elbegebiet. Für das Gebiet Spree/Havel
hat sich das Vorhaben darüber hinaus zum Ziel gesetzt, Probleme und
Konflikte nicht nur zu identifizieren, sondern auch integrierte Strategien
zu deren nachhaltigen Bewältigung zu entwickeln.
In der ersten Phase von GLOWA Elbe (2000-2003) werden
schwerpunktmäßig die Folgen eines tendenziell abnehmenden Wasserdargebots
untersucht. In der beantragten zweiten Phase (2003-2006) werden zusätzlich
die Auswirkungen einer höheren Auftrittswahrscheinlichkeit von Extremereignissen
bearbeitet. Dies schließt sowohl Hochwasser als auch lang anhaltende
Trockenheit ein.

Durchführung
Ausgangspunkt der Analysen sind Szenarien über
die künftige Entwicklung der wesentlichen Bestimmungsgrößen
von Wassermenge und Wasserqualität im Elbeeinzugsgebiet. Hierzu zählen
neben dem Klimawandel, Szenarien zur Bevölkerungsentwicklung und
Siedlungsstruktur, zur Entwicklung der Energiewirtschaft, der Agrarpolitik
und der Landnutzung.
Im Rahmen des Projektes GLOWA Elbe wurde ein Integrativer Methodischer
Ansatz (IMA) entwickelt, der als grundlegendes Prinzip die Partizipation
aller Betroffenen (Stakeholder, Entscheidungsträger in Politik und
Wirtschaft, Umweltschützer, Bürger) am Forschungs- und Entscheidungsprinzip
beinhaltet. Er umfasst 4 Hauptschritte:

Integrative Methodische Ansatz
(IMA)
- Ableitung von Szenarien möglicher zukünftiger Entwicklungen
in Form von einerseits Veränderungen der allgemeinen, regional
nicht direkt beeinflussbaren Rahmenbedingungen (Klima, Weltmarkt) sowie
andererseits Maßnahmen durch die Akteure (entsprechend den gegebenen
Handlungsoptionen)
- Festlegung spezifischer Nachhaltigkeitsindikatoren und Kriterien zur
Bewertung der Auswirkungen (Impacts)
- Impaktanalysen unter Verwendung verfügbarer Daten, Modelle, Expertenwissens,
Literatur etc.
- Bewertung mit Hilfe von multikriterieller Analyse und Equity Analyse
 
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